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Ein Bericht vom Univention Summit

Posted by Ulf Weikert on Saturday, February 16, 2019

Moin Moin,

noch nicht lange bei bytemine war ich Ende Januar das allererste Mal beim Univention Summit und möchte an dieser Stelle meine Eindrücke schildern.

Mit über 350 Vertretern oder Interessierten der Branche, angereist neben Deutschland unter anderem aus der Schweiz, Österreich und sogar Spanien startete der Univention Summit 2019. Geschäftsführer Peter Ganten eröffnete das Event mit seiner Keynote und sprach über die Wichtigkeit von Hoheit und Kontrolle technischer und digitaler Systeme. Gemäß dem Motto Use your identities formulierte er die Ziele, eigene Identitäten wieder selbst zu verwalten und nicht digitale Kopien seines Lebens bei den Big 5 (Apple, Amazon, Facebook, Microsoft, Alphabet) zu lagern.

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Auf Peter Ganten folgte Indra Cloet von der agorum Software GmbH. Sie beschrieb Nachteile die Firmen entstehen wenn diese auf Standardlösungen im Softwarekatalog setzen. Wer im Unternehmen den Workflow an die Software anpasst und nicht die Software an den Workflow, der verliert Identität und Innovativität, so ihre These.

Ingo Steuwer, Head of Productmanagement, stellte die Roadmap für UCS 4.4 vor. Neben Detailverbesserungen im User Interface, vor allem im Responsive Design, wird es u.A. weitere Schnittstellen geben die es erlauben sollen, externe Programme von Drittherstellern (z.B. der Personalverwaltung) an UCS anzudocken.

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es anschließend zu den spezialisierten Themenbereichen über. Aufgeteilt waren diese in die Praxis- und Education Tracks. Ich habe mich den Praxis Tracks angeschlossen. Startete die Vortragsreihe auch etwas langatmig so war spätestens die Präsentation von Ludger Blind von der Verbraucherzentrale NRW ein spannender Einblick in die Sichtweise eines öffentlichen Trägers zu Open Source Software. Es ist generell erfreulich zu sehen, dass die Verbraucherzentrale Open Source Produkte positiv bewertet und bei gleicher Eignung bevorzugt. Bei der Bewertung der gleichen Eignung kommt es dann natürlich ganz stark auf die Formulierung der Ausschreibung an, so der Hinweis von Herrn Blind. Gleichzeitig hat aber auch die Verbraucherzentrale erkannt, dass fähige Kräfte aus den eigenen Reihen unerlässlich sind.

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Im weiteren Verlauf des Tages gab es sogenannte Roundtables. Ich schloss mich dem Thema "Open Source in Enterpriseumgebungen" an. Dort kam aber leider nicht viel Neues bei herum. Die klassischen Probleme scheinen nach wie vor zu sein, dass Community Software (ohne Support) im Business Umfeld eingesetzt wird, es irgendwann zu Problemen kommt und dann soll der Hersteller das Problem lösen. Am besten noch kostenlos. Einig war man sich darüber, bei dem Wunsch nach professionellem Support und SLA's kommt man an Subskriptionen von Enterprise Lösungen nicht vorbei.

Ein späterer Diskussionspunkt war die Frage nach Schulkommunikation in Zeiten von WhatsApp & Co. Spannend war zu sehen, dass niemand mit dem Status quo wirklich zufrieden ist. Aber eine echte Alternative die einfache Bedienbarkeit mit Marktdurchdringung kombiniert scheint es nach wie vor nicht zu geben. Ein Lichtblick könnte hier ein von Open Xchange vorgestelltes Konzept sein. Dort möchte man ein "Chat over IMAP" genanntes System entwickeln welches auf dovecot basiert. Mit einem Marktanteil von 75% soll dieses Feature als zusätzliches Update an alle bestehenden dovecot Installation verteilt werden. Wer dann ein E-Mail Konto hat, kann darüber auch chatten. So zumindest die Vision. Die Entwicklung steckt aber noch in den Kinderschuhen und eine präsentationsreife Version soll es erst 2020 geben.

Für mich letzter Punkt an diesem Tag war die Vorstellung der Roadmap von Nextcloud für das Jahr 2019. Es ist schön zu sehen, dass sich ein Free Software Projekt wirtschaftlich am Markt behaupten kann, insgesamt wächst und eine gute Alternative zu den großen Datensilos sein kann.



Der zweite Tag startete direkt mit den Barcamps. Hierbei ist es möglich, Themenwünsche der Teilnehmer zu sammeln und folgend darüber abzustimmen. Die Themen mit den meisten Stimmen werden diskutiert.

Zwar war die Themenabstimmung relativ langatmig und hat viel Zeit in Anspruch genommen, die gewählten Themen waren dafür aber umso interessanter. In kurzen Blöcken wurden hier u.a. die Bereiche 'Best Practice für Updateverhalten', 'UCS & Docker' und Möglichkeiten der Group Policy besprochen. Insgesamt war mir aber zuviel Pause zwischen den Sessions beziehungsweise die Sessions selbst nicht lang genug. Doppelte Länge um sich auf ein Problem oder Feature zu vertiefen hätte meiner Ansicht nach gut getan.

Pünktlich um 13:00 hieß es dann auf Wiedersehen Bremen. Es ging zurück nach Oldenburg und von dort direkt wieder los zur FOSDEM.

Insgesamt habe ich mich als erstmaliger Besucher sehr wohl gefühlt. Die Stimmung war gut, die Themen allgemein erkenntnisreich und ich freue mich, wenn ich beim nächsten Univention Summit wieder dabei sein kann.